Bündnis Duderstadt bleibt Bunt feiert Jahresabschluss – Freundeskreis blamiert sich erneut

Am 18.12.2016 wollte das Duderstädter Bündnis „Duderstadt bleibt Bunt“ eigentlich auf die Erfolge des vergangenen Jahres zurückblicken, und gemeinsam Kraft tanken für die weiteren antifaschistischen Proteste im nächsten Jahr. Nachdem der faschistische Freundeskreis Thüringen- Niedersachsen zur Provokation auch eine Kundgebung angemeldet hat, entschieden wir uns auch mit einer Abordnung an diesem Jahresausklang teilzunehmen.

Der faschistische Freundeskreis begann seine Kundgebung erneut mit Muezzinrufen vom Band, wahrscheinlich um einfach sich selbst ihr Hirngespinst von einer Islamisierung noch glauben zu können. In ihren Redebeiträgen fantasierten sie wieder einmal einen Bevölkerungsaustausch herbei.
Währenddessen wurde beim Jahresausklang mit viel Musik, und Redebeiträgen vom Bündnis selbst, vom Kreistagsabgeordneten Dr. Ramaswamy und vom CDU MdB Güntzler weitestgehend ungestört reflektiert und in die Zukunft geschaut. Der CDU Abgeordnete hatte im Übrigen erneut nichts Besseres zu tun als Rechts und vermeintlichen Linksextremismus gleichzusetzen, ein Zeichen dafür, dass er in keinster Weise Ahnung davon hat in welch solidarischer Weise Kräfte der Radikalen Linken, und bürgerliche Bündnisse gegen die Faschisten zusammenarbeiten in unserer Region. Erst heute wieder konnte durch die gute Zusammenarbeit verhindert werden, das Antifaschist*Innen und Bündnispartner*Innen von einem Naziphotografen abgelichtet wurden, und somit mögliche weitere Übergriffe auf Privatwohnungen und Häuser durch die Faschisten abgewendet werden. Wir freuen uns über das gewachsene Vertrauen was diese Kooperation ermöglicht.

Gleichzeitig zeigt aber auch diese Einladung wie wenig diese reinen Aktionsbündnisse sich mit der Entstehung und dem Charakter von Faschismus beschäftigt haben. Faschismus entsteht nämlich aus dem Kapitalismus heraus, er ist eine Form bürgerlicher Herrschaft, alleine deshalb schon ist er mit einem vermeintlichem Linksextremismus auch nicht gleich zu setzen. Die Unterstützung des Faschismus ist das letzte Mittel der herrschenden Klasse, die grundsätzlichen Besitzverhältnisse zu erhalten, sprich die Spaltung der Gesellschaft in Proletariat und Bourgoisie abzuwenden. Den offenen Konflikt zwischen den unterdrückte Klassen und der Bourgoisie abzuweden. Faschismus setzt sich in einer krisenhaften Zuspitzung der kapitalistischen Verhältnisse durch, dann, wenn die herrschende Klasse befürchtet, dass das Proletariat in einer revolutionären Erhebung den bürgerlich-kapitalistischen Staat, sowie die bürgerliche Demokratie, zugunsten einer völligen Kontrolle in Politik und Produktion durch die Produzent*innen, diejenigen die allen Wert erschaffen zerschlägt. Wenn das Kapital also zu befürchten hat, dass es seine Stellung und seinen Besitz zu Gunsten einer wirklichen Republik, nämlich der Räterepublik verliert, unterstützt es die Faschisten.

Manche/r wird sich Fragen: Wieso aber? Sind die Nazis nicht auch gegen den Raubtierkapitalismus?

Hierzu muss man wissen, dass Faschistische Ideologie darauf aufbaut zwischen zwei Sorten von Kapital zu Unterscheiden. Für sie gibt es das gute, das schaffende Kapital, also das produzierende Kapital, das ja zu Gunsten der Volksgemeinschaft agiert, und das so genannte „Raffende Kapital“ das grade beim Faschismus deutscher Ausprägung mit dem Judentum gleich gesetzt wird, und im Kern das Banken und Finanzwesen bezeichnet, welches in der Sicht der Faschisten die Volksgemeinschaft stört. Die Volksgemeinschaft ist ohnehin der zentrale Punkt in der Faschistischen Ideologie. Es wird negiert das es Klassenunterschiede gibt, angeblich agieren Arbeiter*Innen und Ausbeuter*Innen im natürlichen Zustand gemeinsam für die Volksgemeinschaft. Deshalb verurteilen Faschisten auch Kapitalist*Innen die in ihren Augen grob Ausbeuterisch agieren, das heißt aber eben nicht das sie verstanden haben wie der Kapitalismus funktioniert, nämlich das Kapital letztlich akkumulierte Arbeit ist, und jede Lohnarbeit ein Ausbeutungsverhältnis darstellt, sondern sie sehen die Volksgemeinschaft durch zu ausbeuterisches Verhalten gefährdet, und damit das wohl des jeweiligen Volkes. Faschisten sehen diese Volksgemeinschaft durch das so genannte „Böse Raffende Kapital“, welches für sie einen Einfluss von außen auf die Volksgemeinschaft darstellt, gefährdet, deshalb kritisieren sie einen Raubtierkapitalismus, meinen damit aber in der Regel die Finanzbranche, weil das „Schaffende Kapital“ ja ein wichtiger Teil der Volksgemeinschaft ist. Kommunist*innen und Sozialist*innen werden als Feinde angesehen, weil sie durch die grundsätzliche Analyse dass die Gesellschaft primär durch den Gegensatz von Kapital und Arbeit bestimmt ist, die Volksgemeinschaft ja Spaltet. Durch die Negierung von Klassenunterschieden und die Unterordnung aller Menschen unter diese Volksgemeinschaft, werden die groben Besitz und Machtverhältnisse nicht angerührt. Deshalb unterstützen Kapitalisten in Zeiten besonders ausgeprägter Klassenkämpfe um die Gefahr einer Revolution auszuweichen die Faschisten, die dann die Arbeiter*Innenbewegung zerschlagen.

Derzeit in einer Situation der sehr wenig ausgeprägten Klassenkämpfe und der starken Spaltung des Proletariats hat die herrschende Klasse aber noch kein Interesse an einer starken faschistischen Bewegung, allerdings geht der bürgerliche Staat auch nicht großartig gegen Faschisten vor, da diese zur Zeit keine nennenswerte Gefahr für die bürgerliche Demokratie darstellt.“

Wer konkrete Gefahren durch Faschisten abwehren will, der muss auf Bündnisse setzen aus bürgerlichen und sozialistischen Kräften, zumindest so lange bis das Proletariat ein stark genügendes Klassenbewusstsein entwickelt hat um einen rein proletarischen Widerstand zu leisten.

Wer aber gegen den Faschismus an sich agieren will, der muss gegen jegliche Form bürgerlicher Herrschaft, gegen den Bürgerlichen Staat, und gegen den Kapitalismus und seine Ausbeutungsstrukturen kämpfen. Wer das nicht erkennt, mag die Symptome klein halten, aber das Unkraut niemals bekämpfen. Deshalb ja zu einem revolutionären Bruch mit diesem System, Ja zum Dasein als Verfassungsfeind*Innen, Nein zur Gleichsetzung fortschrittlicher Linker Kräfte mit der radikalstem Ausprägung bürgerlicher Herrschaft, dem Faschismus. Ja zum Bündnis aller Antifaschistischen Kräfte gegen konkrete Gefahren durch Faschisten

Herr Güntzler lassen sie solche widerlichen Gleichsetzungen: Sie und Ihre Ideologie weist erheblich mehr Verwandtschaft zu Faschisten auf als das ihr sogenannter „Linksextremismus“ jemals könnte.

Alles in allem blieb dieser Jahresabschluss aber doch ein positives Event. Und es ist gut, dass wieder einmal deutlich wurde, dass der Freundeskreis hauptsächlich Selbstbespaßung betreibt wenn er irgendwo in Kundgebungsform auftritt. Die Übergriffe der letzten Woche zeigen jedoch, dass von diesem Haufen noch immer eine zunehmende Gefahr für Leib und Leben von Antifaschist*Innen und allen anderen Menschen die nicht in das Weltbild des FKTN passen ausgeht. Grade deshalb sollten wir uns nicht spalten lassen, schon gar nicht von der CDU, die außer um große Reden zu schwingen ja doch niemals an der Seite derer steht, die sich der großen Gefahr des antifaschistischen Kampfes aussetzt.

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