Gegen eine noch stärkere Prekarisierung alleinerziehender Elternteile: Für eine emanzipierte Gesellschaft!

Die Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles, möchte alleinerziehenden Elternteilen für jeden Tag den ihre Kinder beim anderen Elternteil verbringen pauschal 10 Euro vom Hartz 4 Satz abziehen. Das ist ein massiver Angriff auf einen der bereits jetzt schon prekarisiertesten Gesellschaftsteile, und ein kräftiger Tritt in den Hintern jeglicher feministischen Bewegung. Wieder einmal zeigt die SPD damit ihre neoliberale hässliche Fratze. Anstatt sich für die Schwachen unserer Gesellschaft einzusetzen, versucht die SPD den letzten Cent aus den Menschen zu quetschen, die ohnehin massiv benachteiligt sind.

Mangelnde Betreuungsmöglichkeiten, der Wunsch doch noch ein bisschen Zeit mit den eigenen Kindern verbringen zu können, starre Arbeitszeitmodelle, das sind nur einige der Gründe, weshalb viele alleinerziehende Elternteile in schlecht bezahlten Lohnarbeitsverhältnissen, oder in der Erwerbslosigkeit stecken und entweder auf eine Aufstockung oder einen Lebensunterhalt durch Hartz 4 angewiesen sind. Diese Menschen, zu einem übergroßen Anteil sind es Frauen, leben in zutiefst demütigenden und prekären Lebensverhältnissen – oft von der „Hand im Mund“. Hier noch kürzen zu wollen grenzt entweder an Realitätsverweigerung, oder aber eine endgültige Verachtung der SPD gegenüber jener Klasse, die sie noch immer vorgibt zu vertreten.

Wir als Basisgruppe revolutionärer Antikapitalist*innen, der Linskjugend [’solid] Göttingen, sehen uns in der Tradition der sozialistischen und feministischen Bewegung. Feministische Positionen lassen sich am effizientesten durch gemeinsame Kämpfe der Arbeiter*innenklasse erzielen – gleichwohl wissen wir, dass auch in dieser Klasse sexistische und patriarchale Rollenvorstellungen vorherrschen. Wichtig ist deshalb deutlich zu machen, dass alle Arbeiter*innen darunter leiden, dass Sexismus als Spaltungsinstrument im Kapitalismus genutzt wird, um eben gemeinsame Kämpfe zu verhindern. Auch wenn natürlich die Hauptbetroffenen von Sexismus und patriarchalen Strukturen Frauen sind. Der Kampf dagegen muss auch gemeinsam organisiert werden, und findet wie alle sozialen Kämpfe seinen Hauptausdruck auf der Straße. Er kann stattfinden in Form von Streiks in den Branchen wo besonders viele Frauen tätig sind, er kann stattfinden in Form von Demonstrationen, er kann aber auch stattfinden in kreativen Aktionen auf der Straße. Anfangen müssen wir jetzt!


Im Falle des geplanten neuen Gesetzes von Andrea Nahles fordern wir konkret folgendes:

– Sofortige Beendigung der Debatte wie man diesen Menschen die sowieso nichts zum Leben haben, noch mehr wegnehmen kann!

-Abschaffung von Sanktionen in der Arbeitslosen und Sozialhilfe!

– Eine Grundsicherung die den Namen auch verdient: mindestens aber 1050 Euro!

– Arbeitszeitmodelle, die grade für alleinerziehende Eltern bessere Möglichkeiten zur Teilnahme am Erwerbsleben liefern!

– Der Mindestlohn muss drastisch erhöht werden, Aufstocken muss ein Ende haben: Mindestens 12,50 Euro Mindestlohn!

– Massiver Ausbau kommunaler Betreuungsmöglichkeiten für Kinder!


– Massive Verbesserung der Ausbildungen und Ausbildungsbedingungen in den Erziehungsberufen:
Unsere Forderungen findet ihr hier: (
https://solidgoettingen.wordpress.com/2015/04/03/erziehungsberufe-gesellschaftlich-starken/)

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